rot,grün,blau,lila,rosa und schwarz
Austellung Aus der Dunkeilheit,Kunstuniversität Linz, Hauptplatz 6, Aktenkeller, 2021 Austellung BestOFF, Kunstuniversität Linz, Hauptplatz 6, 2022 Austellung Conflicting Times, Contemporary Matters collective space, Sonnenallee 26, 1220 Vienna, 2023
https://contemporarymatters.org/projects/hosted-by-contemporary-matters-conflicting-times
Farben, Buchstaben, Zahlen und Symbole waren Teil des semiologischen Systems zur Identifikation von Gefangenen in Konzentrationslagern. Als Ausdruck einer psychologischen und lexikalischen Gewalt dienten sie zur Überwachung und Identifikation von als Gefährdung des Staates und der Volksgemeinschaft deklarierten Personengruppen. In der Diktion der Nationalsozialisten werden „Politische“, „Berufsverbrecher“, „Emigranten“, „Bibelforscher“, „Homosexuelle“ und „Asoziale“ willkürlich als Feinde des Systems klassifiziert und verfolgt. Die von der Nazipropaganda aufgenommenen und missbrauchten Begriffe lebten im Sprachgebrauch des Nachkriegs-Österreichs durchaus weiter. Asozial ließ sich für jede Person anwenden, die nicht ins System passte und nicht eindeutig einer Kategorie zuzuschreiben war. Narder verknüpft die Farbzuschreibungen in ihrer Arbeit zusätzlich mit der RAL – Farbsystematisierung – (Reichs-Ausschuß für Lieferbedingungen), die – zwar schon in den 20er Jahren gegründet – in der Zeit des Nationalsozialismus zu einem umfassenden Farbfächer ausgebaut wurde.


